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Ausstellung: Imperial Speed

Habsburger Automuseum

Eine neue Ausstellung haucht der Wagenburg in Wien neuen Wind ein und bricht ein Tabu: Ein Rennwagen wird zum zeitgenössischen Kunstwerk.

Seit Mai kann ein außergewöhnliches Objekt in der Wagenburg bewundert werden: das 2014 vom Künstlerkollektiv Sabina Lang und Daniel Baumann designte „Art Car“ des jungen Rennfahrers Ferdinand Habsburg. Der Sohn von Karl und Francesca Habsburg gilt als Österreichs vielversprechendste Formel-1-Hoffnung. Der Formelwagen, mit dem der Urenkel des letzten Kaisers seine ersten Formelrennen bestritten hat, wurde nun von den Kuratoren als Hauptobjekt der Ausstellung „Imperial Speed“ an eine Wand montiert. Mit dem künstlerisch gestalteten Formel Renault 1.6 steht er in unmittelbarer Nachfolge seiner illustren Vorfahren, die ebenfalls gerne schnelle Gefährte lenkten und deren in der Wagenburg gezeigte Prunk-Fahrzeuge stets von herausragenden Künstlern entworfen wurden.

Sisi darf nicht fehlen
Die Wagenburg, gleich neben dem Schloss Schönbrunn, ist eines der meistübersehensten Prachtstücke, der von vielen imperialen Gebäuden geschmückten Hauptstadt. Wer die Ausstellungsräume betritt, versteht, warum diese Fahrzeuge nicht Kutschen genannt werden, sondern Wagen. Diese Wagen waren keine Transportmittel im eigentlichen Sinn, sondern Insignien, die die Bedeutung und Würde des jeweiligen Eigentümers eindrucksvoll sichtbar machten. Beeindruckend ist etwa der schwarze Leichenwagen, der bei den Begräbnissen von Kaiser Franz Joseph (1916), Kaiserin Sisi (1898) und Kaiserin Zita (1989) zum Einsatz kam. Die komplett neu gestaltete Dauerausstellung mit raffinierten architektonischen Einbauten und effektvoller Lichtregie führt zunächst auf eine Reise durch das höfische Leben von 1700 bis 1918, wobei besonderes Augenmerk auf „Kaiserin Elisabeth – die Lady Diana des 19. Jahrhunderts“ gelegt wird.

Ferdinand Habsburg mit Museumsdirektorin Monica Kurzel-Runtscheiner

Fortschritt der Technik
Der letzte Abschnitt des Rundgangs hingegen ist dem Thema „Imperial Speed“ gewidmet und zeigt drei außergewöhnliche Fahrzeuge aus drei Jahrhunderten: Den Anfang macht die hochelegante filigrane „Pirutsche“ mit vergoldetem Fahrgestell und reichem künstlerischem Dekor, die 1814 als persönlicher Sportwagen für Kaiser Franz I. gebaut wurde. Sie wurde zweispännig gefahren und erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu 16 km/h. Exakt 100 Jahre später hatte man bereits ganz andere Möglichkeiten: Während Kaiser Franz noch mit 2 Pferdestärken auskommen musste, verfügte sein Nachfahre Kaiser Karl I. über nicht weniger als 45 PS. Der 1914 entstandene „Kaiserwagen“, übrigens das einzig erhaltene Hof-Automobil, hat einen Benzinmotor, 5 Gänge (inklusive Rückwärtsgang) und erreichte die atemberaubende Geschwindigkeit von rund 90 km/h. Der Kaiser lenkte es bei Privatfahrten gerne selbst – bei offiziellen Ausfahrten saß hingegen ein Chauffeur am Steuer. Den Abschluss bildet das genau ein Jahrhundert danach entstandene „Art Car“ (140 PS und 230 km/h), mit dem Ferdinand Habsburg die illustre Reihe ins 21. Jahrhundert katapultiert.
AUSSTELLUNG
Imperial Speed

  • in der Wagenburg (Schloß Schönbrunn, 1130 Wien)
  • Öffnungszeiten bis 30. November: täglich 9–17 Uhr; von 1. bis 31. Dezember täglich 10–16 Uhr
  • Öffnungszeiten an den Dezember-Feiertagen unter diesem Link
  • Tickets ab 8 Euro

 
Fotos: Wagenburg

Autos mit Geschichte im Technischen Museum Wien

Sonnige Freundschaft

Bruno Kreiskys gelbes VW Käfer Cabriolet parkt ab sofort in der Mobilitäts-Ausstellung des TMW.

Allen Spielarten der Mobilität ist im Technischen Museum Wien breiter Raum eingeräumt. Dazu gehört das Kapitel „Autos mit Geschichte“. Eines davon ist mit Anfang April in die Hallen am Auer Welsbach-Park eingezogen. Es ist das “sonnengelbe” (so die Bezeichnung im Farbkatalog) VW Käfer Cabriolet von Bruno Kreisky.

Foto: TMW
Foto: TMW

Jenes für Österreich maßgebenden Politikers der 1970er- und 1980er-Jahre, der von einem Austro-Porsche geträumt hatte. In seiner Ära als Bundeskanzler hatte der als häufig grantelnd bekannte Sozialdemokrat den 1303er, Baujahr 1975 (50 PS), nach Mallorca transferiert, wo er ihm während der (Arbeits-)Urlaube in sonnig gelber Freundschaft als Insel-Gefährt diente.
Foto: TMW
Foto: TMW

Mit mallorquinischem Original-Kennzeichen, fahrbereit und restauriert – aber nicht bis zu klinischer Charakterlosigkeit konserviert – landete er schließlich in Privatbesitz. Und für die nächste Zeit dient er als Zeitzeuge, auch für die Grundsteinlegung der aktuellen Bedeutung Österreichs für die Autoindustrie.
Foto: TMW

Die Geschichten und G’schichteln, die sich rund um Kreisky und seinen Käfer ranken sind miterlebbar: Die TMW-Mediathek bietet eine Fülle an Bild- und Tondokumenten, darunter von Zeitzeugen und -genossen wie Alt-Bundespräsident Heinz Fischer.
Fotos: TMW

KTM: Spatenstich für Museum in Mattighofen

Vergangenheit mit Zukunft

KTM baut weiter aus. Der Zweirad-Hersteller errichtet in Mattighofen ein Museum. Eröffnet wurde das neue Logistik-Zentrum in Munderfing.

Der 5. September 2015 war nicht nur sprichwörtlich ein geschichtsträchtiger Tag. Mit der Spatenstichfeier für das Museum in Mattighofen erfolgte ein weiterer Schritt zur Stärkung des Firmenhauptstandortes im Innviertel (Oberösterreich). Die gleichzeitige Eröffnung des neuen Logistikzentrums in der Nachbargemeinde Munderfing manifestiert die globale Wachstumsstrategie des Konzerns und schafft weitere Arbeitsplätze.

Foto: KTM
Foto: KTM

Vor mehr als 60 Jahren wurde in Mattighofen das erste Motorrad produziert. Heute ist das Unternehmen der größte Motorradhersteller Europas, weltweit führend im Offroad-Bereich und mit mehr als 2600 Mitarbeitern in der Region. An der Stadtplatzeinfahrt von Mattighofen erfolgt nun der Bau des KTM Museums.
Stefan Pierer, KTM-CEO: „Das KTM Museum ist das klare Bekenntnis zu unserem Heimatstandort im Mattigtal. 2003 wurden erste Ideen dazu geboren, zehn Jahre später haben wir diese wieder aufgegriffen, und ziemlich genau 25 Jahre nach der Übernahme von KTM wird Ende 2017 die Eröffnung gefeiert. Durch die Unterstützung der Stadtgemeinde Mattighofen und des Landes Oberösterreich entsteht damit auch ein touristischer Anziehungspunkt in der Region.“
Foto: KTM
Foto: KTM

Die Form des Museums erinnert an eine Rennstrecke. In Zukunft kann hier die historische Entwicklung der Marke und die Welt von KTM erlebt werden. Auf rund 9500 Quadratmetern werden die Ausstellungsräume samit einer Schauwerkstatt errichtet. Auf dem Vorplatz sind ein Gebäude mit Restaurant und Wohnungen sowie eine öffentliche Tiefgarage mit rund 130 Stellplätzen geplant.
Kurz vor dem Museums-Spatenstich erfolgte nach nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit die Schüsselübergabe für das neue Logistikzentrum in Munderfing. In den kommenden Wochen startet Logistikpartner Lagermax auf einer Gesamtfläche von rund 30.000 Quadratmetern planmäßig den Vollbetrieb.
Harald Plöckinger, KTM-COO: „Mit der Investition von 22,5 Millionen Euro in das neue Logistikzentrum in Munderfing werde die notwendige Infrastruktur für das weitere globale Wachstum der KTM-Gruppe realisiert und mittelfristig fünfzig neue Arbeitsplätze geschaffen.
Foto: KTM
Foto: KTM

Am weiteren Ausbau des Betriebsstandortes in Munderfing wird bereits gearbeitet. Neben einer Fabrikerweiterung von 10.000 Quadratmetern bei WP Performance Systems entsteht gerade auch ein neues KTM-Motorsportzentrum. Hier beträgt die Gesamtinvestition rund 25 Millionen Euro.“
Fotos: KTM

 

Sonderausstellung: 30 Jahre Porsche 959

Der Über-Elfer
Im Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung im Porsche-Museum steht bis zum 10. Jänner 2016 der Porsche 959.

Vor genau 30 Jahren präsentierte Porsche auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main die serienreife Version des 959. Als „Über-Porsche“ ging dieser in die Automobilgeschichte ein.

Foto: Porsche
Foto: Porsche

Für viele Auto-Kenner ist der 959 einer der faszinierendsten Sportwagen des letzten Jahrhunderts. Seine zahlreichen neuen Technologien vom Biturbo-Boxermotor mit wassergekühlten Zylinderköpfen über das elektronisch geregelte Fahrwerk und Allradsystem bis hin zur aerodynamisch optimierten Karosserie waren richtungsweisend und nahmen die Zukunft um Jahre vorweg.
Diese Verbindung aus Spitzentechnologie, Rennwagen-Fahrleistungen und Alltagstauglichkeit war zur damaligen Zeit einmalig. Nur 292 Stück wurden in Serie von diesem besonderen Fahrzeug gebaut. Kein Wunder, dass der 959 heute als eines der gesuchtesten Sammlerfahrzeuge gilt.
Foto: Porsche
Foto: Porsche

Die Sonderausstellung dokumentiert anhand von einzigartigen Exponaten die Entwicklung und die Besonderheiten des 959. Ein Höhepunkt des Porsche-Messestandes 1985 auf der IAA und jetzt auch im Porsche-Museum ist ein Schnittmodell des serienreifen Modells. Unter den Ausstellungsstücken befindet sich auch einer von nur 29 gebauten Fahrzeugen in leistungsgesteigerter Sport-Version. Aus Gewichtsgründen verfügt dieser 959 S über keine Niveauregulierung des Fahrwerks.
Ebenfalls entfallen Klimaanlage, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und die Rücksitze. Auf der Teststrecke in Nardo erreichte der im Museum ausgestellte 959 S eine für die damalige Zeit unglaubliche Höchstgeschwindigkeit von 339 km/h.
Die Sonderausstellung „Der Über-Porsche. 30 Jahre 959.“ ist Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr im Porsche-Museum zu sehen. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Porsche-Museums verfügbar.
Fotos: Porsche

Classic: Ausstellung fahr(t)raum

Automobilgeschichte erleben

Ferdinand Porsche war automobiler Visionär und Pionier. Sein Enkel Ernst Piëch erhält das einzigartige Werk seines Großvaters in der Erlebniswelt fahr(t)raum.

Ferdinand Porsche ist einer der bedeutendsten Automobilkonstrukteure der Welt. Der am 3. September 1875 in Maffersdorf (Böhmen) geborene Porsche interessiert sich besonders für die Elektrizität, installierte mit 13 Jahren elektrische Glocken und versorgte mit 16 das Elternhaus mit elektrischer Beleuchtung. In seiner langen Karriere als Konstrukteur arbeitete er bei namhaften Herstellern der damalige Zeit, wie Lohner, Bela Egger & Co, Austro-Daimler und Steyr.

Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner
Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner

In dieser Zeit entstanden unter anderem der berühmte Lohner-Porsche, der erste Hybrid-Wagen der Welt. 1931 eröffnet Ferdinand Porsche sein eigenes Konstruktionsbüro in Stuttgart. Es folgten Entwicklungsarbeiten für allerlei technische Geräte wie Windräder, Turbinen bis hin zu Motoren und neuen Fahrzeugkonzepten, wie den berühmten Auto Union 16-Zylinder Mittelmotor-Rennwagen. Seine berühmteste Konstruktion jedoch ist die des Volkswagens. Weitere von Ferdinand Porsche konstruierte Fahrzeuge wie der Kübelwagen, Vorgängermodelle des VW-Käfers oder die beeindruckende Mercedes K Limousine ergänzen die Ausstellung.

Visionäre Exponate

Ernst Piëch, ein Enkel Ferdinand Porsches schuf im Jahr 2013 mit der Ausstellung fahr(t)raum eine einzigartige Hommage an seinen Großvater. Er möchte die Ausstellung bewusst nicht als Oldtimermuseum verstanden wissen, sondern als Ort lebendiger Automobilgeschichte und technischen Fortschritts.

Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner
Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner

fahr(T)raum thematisiert auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern den Traum von individueller Mobilität. Präsentiert werden Exponate der „Austromobilität“ ab dem Jahr 1900, wie dem Prinz Heinrich Wagen, der als der erste Sportwagen gilt, wie auch einen der ersten Hybrid-Wagen, dem Lohner-Porsche „Mixte“ aus dem Jahr 1901, bis zum KdF-Wagen, der als VW Käfer Geschichte schrieb. Dazu werden Episoden rund um das Leben und die bahnbrechenden Erfindungen des Pioniers erzählt; interaktive Specials erwecken die alten Schaustücke zu neuem Leben.

Mit allen Sinnen erleben

Steht man vor einem Exponat der Ausstellung, wir mithilfe von Touchscreens und Videos die Geschichte des jeweiligen Wagens erzählt. Stellt man sich unter eine „Soundglocke“, wird auch der Motorsound hörbar. Auch die technischen Raffinessen werden mit Installationen, wie einem kleinen Windkanal erklärt und für Groß und Klein begreifbar gemacht.

Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner
Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner

Eine gesonderte Ausstellung ist historischen Traktoren im „Traktor-Stadl“ gewidmet, denn Porsche eroberte mit seinen visionären Konstruktionen nicht nur die Straße und die Rennstrecke, sondern auch Äcker und Felder.
Einen Porsche-Oldtimer selbst fahren? Kein Problem: Das Programm runden zahleiche Simulatoren ab. Diese laden zu einer Fahrt im Prinz Heinrich Wagen, für die größeren „Kinder“ steht ein echter Rennsimulator zur Verfügung. In Kürze wird auch ein Traktor-Simulator die Ausstellung bereichern. fahr(t)raum beherbergt auch die größte Carrera-Bahn des Landes. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass an diesen Highlights kein Weg vorbei führt und die Stunden wie im Flug vergehen.
Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner
Foto: Clemens Toman/Dominique Steiner

Neu ist der Modellflugzeug-Simulator. Ferdinand Porsche konstruierte bekanntlich auch Flugzeugmotoren – ein Modell in Originalgröße ist in Arbeit und wird im Laufe des Jahres seinen Platz in Mattsee finden.

„Die werden vom Stehen nicht besser“

Der Initiator von fahr(t)raum, Ernst Piëch legt besonderen Wert auf den technischen Zustand der Schaustücke: „Sämtliche Fahrzeuge sind angemeldet und somit fahrbereit.“ Gegen Voranmeldung stehen einige, mit Chauffeur für eine Ausfahrt in das malerische Salzburger Seenland zur Verfügung. Gemietet werden können die Räumlichkeiten des fahr(t)raums auch für Seminare, es steht ein gesonderter Raum sowie eine Werkstatt samt Hebebühne dafür zur Verfügung.
Fotos: Clemens Toman/Dominique Steiner

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