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Elektro & Retro: Infiniti Prototype 9

Silber-Blitz

Optisch erinnert die japanische Studie an die goldene Zeit der Grand-Prix-Renner, technisch schaut man in die Zukunft.

Infiniti gibt es seit 1989. Der Prototype 9 tut ganz so, als wäre die Nissan-Tochtermarke schon in der Silberpfeil-Ära der 1930er voll im Renn-Geschäft gewesen.
Auf 4,3 Metern länge streckt sich ein schlanker, handgefertigter Monoposto-Body aus Stahl in den Fahrtwind. Er steht auf Speichenrädern mit Ballonreifen. Auch die Fahrwerkstechnik (Starrachse vorn, De-Dion-Achse hinten, Blattfedern) mutet „authentisch“ an.

Foto: Infiniti
Foto: Infiniti

 
Verräterisch ist allenfalls die Gestaltung der Vorderansicht mit den aktuellen Styling-Schlüsselreizen der Marke.

Aber die Technik

Kein Kompressorgeheul, keine flammenspuckenden Reihenmotoren. Kein Flugbenzin im Tank: bewegt wird die 890 Kilo schwere Studie rein elektrisch.

Foto: Infiniti
Foto: Infiniti

Der mögliche Top-Speed von 170 km/h ist in 5, Sekunden drinnen, dank 120 kW/48 PS und einem Drehmoment von 320 Newtonmetern. Da hätte man gegen Caracciola & Co. eher schlecht ausgesehen.
Das war aber auch gar nicht das Ziel. Moderne E-Technik in schmackhafter Verpackung für den Concours d’Elegance in Pebble Beach ist der Zweck der Übung.
Foto: Infiniti
Foto: Infiniti

Icona Vulcano: Einzelstück aus Titan

Teures Blechkleid

Der Icona Vulcano ist der erste Supersportwagen, der komplett aus Titan gefertigt wurde. Am Wochenende wurde er in Pebble Beach der Öffentlichkeit präsentiert.

Hinter dem Projekt stehen Claudio Lombardi, der bei Ferrari einst für die Kraftübertragung verantwortlich war, und der Designer Samuel Chuffart, der sich für die Form des Icona Vulcano vom Rekordflieger Lockheed SR-71 Blackbird (nun gut, und ein wenig auch vom Ferrari F12 Berlinetta) inspirieren ließ.

Foto: Icona
Foto: Icona

Der Jet vereinnahmte die Designer von Icona. Also bauten sie ihren Vulcano, der in Pebble Beach 2015 ausgestellt wurde, nach demselben Schlag und aus demselben Material: Titan. Allerdings mischten die Schöpfer des Einzelstücks noch ein bisschen Carbon hinzu.
Titan ist eines der stabilsten und leichtesten Metalle (etwa halb so schwer wie Edelstahl) der Welt. Kurz gesagt: Ein Traum für Ingenieure. Doch Titan ist auch sehr teuer und aufwendig in seiner Herstellung. Was natürlich diejenigen sauer aufstoßen lässt, die das Geld in einer Firma zusammenhalten müssen. Icona pfiff darauf, und ließ von der italienischen Firma Cecomp den titan-gestählten Körper des Vulcano in 10.000 Stunden Handarbeit fertigen. Zum Beweis wurde der Supersportler farblos gelassen.
Foto: Icona
Foto: Icona

Der Icona Vulcano soll vier Millionen Dollar – knapp drei Millionen Euro kosten! Damit ist die feuerrote Schönheit aus dem Reich der Mitte fast so teuer wie der Lamborghini Veneno (3,57 Millionen Euro). Und der gilt zurzeit als der teuerste Wagen der Welt.
Konventioneller geht es unter der langgezogenen Haube des Flügeltürers zu. Dort werkelt ein von Corvette abgeleiteter 6,2-Liter-V8-Kompressor. In einer ersten Version, die auf der Shanghai Auto Show 2013 vorgestellt wurde, hatte der Icona noch einen V12 und zwei E-Motoren verbaut.
Die Power des V8, der unter der Obhut von Claudio Lombardi – Ex-Technikdirektor der Scuderia Ferrari in den 1990er Jahren – stand, bemisst Icona bei 670 PS und 840 Nm. Eine Corvette ZR1 bringt es dazu verglichen auf 647 PS. Auf Wunsch spuckt der V8 aber nach Angaben von Icona auch über 1.000 PS aus.
Foto: Icona
Foto: Icona

In seiner Standardkonfiguration soll der Vulcano in 2,8 Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde (96,56 km/h) rennen und die 120-mp/h-Grenze (193,12 km/h) in 8,8 Sekunden sprengen. Schluss soll mit dem Titan-Renner erst bei über 350 km/h sein. Damit wäre der Icona Vulcano Titanium zwar rund zehnmal so langsam wie sein Jet-Vorbild, würde damit aber dennoch zu den schnellsten gehören.
Fotos: Icona

Hardcore mit Hardtop: Lamborghini Aventador SV Roadster

Boulevard-Katapult

Der Lamborghini Aventador LP 750-4 Superveloce Roadster soll der schnellste Seriensportwagen sein, der jemals in Sant’Agata gebaut wurde.

Bevor man seinen Namen ausgesprochen hat, zeigt sein Tacho schon über 100 Stundenkilometer an: Nach nur 2,9 Sekunden knackt der Lamborghini Aventador LP 750-4 Superveloce Roadster den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich.

Foto: Lamborghini
Foto: Lamborghini

Und erst bei über 350 km/h ist Schluss mit dem gewaltigen Vortrieb. Auch die geplante Stückzahl lässt aufhorchen: Weltweit werden nur 500 Kunden in den Genuss der italienischen Flunder kommen. Jede einzelne kostet übrigens knapp 425.000 Euro, das sind etwa 35.000 Euro mehr als die geschlossene Variante.
Offiziell vorgestellt wurde der luftige Bolide im Rahmen der Monterey Car Week in Kalifornien. Es ist der erste offene Lamborghini, der den Namenszusatz „Superveloce” („Superschnell”) trägt. Wie sein geschlossenes Pendant, das im Frühjahr 2015 auf dem Genfer Autosalon Weltpremiere hatte, wird der Über-Roadster von einem V12-Sauger angetrieben.
Foto: Lamborghini
Foto: Lamborghini

Das 6,5-Liter-Aggregat leistet 750 PS bei 8.400 Touren und stemmt 690 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Da dem Kraftwerk ein Trockengewicht von nur 1.575 Kilogramm gegenübersteht, ergibt das ein Leistungsgewicht von 2,1 Kilogramm pro PS – oha!
Die Kraft wird von der sogenannten ISR-Box verwaltet, einem automatisierten Schaltgetriebe, das laut Lamborghini das „am schnellsten zu schaltende automatisierte Getriebe der Welt” ist. Alle vier Räder bringen die enorme Leistung auf die Straße – eine elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung der vierten Generation verteilt das Antriebsmoment zwischen Vorder- und Hinterachse. Wie das Coupé verfügt auch der Roadster über adaptive Dämpfer und Lenkung.
Foto: Lamborghini
Foto: Lamborghini

Ein zweiteiliges Hardtop aus Carbon schützt die Passagiere vor Regen. Die Dachteile wiegen jeweils weniger als sechs Kilogramm und lassen sich in speziellen Halterungen im Gepäckfach verstauen. Wenn das Dach drauf ist, muss man übrigens nicht auf den Motorsound verzichten: Die Heckscheibe kann auf Knopfdruck elektrisch versenkt werden.
Fotos: Lamborghini

Studie: BMW Concept M4 GTS

Wasser marsch!

BMW plant wieder eine Radikalversion seines Mittelklassesportlers M4. Wie diese aussehen könnte und welche neuartige Technik an Bord sein soll, zeigt nun eine Studie.

Die Studie einer Rennstreckenversion des M4 zeigt BMW nun auf dem automobilen Schönheitswettbewerb in Pebble Beach. Das Concept M4 GTS basiert auf dem aktuellen Mittelklasse-Coupé, setzt aber konsequent auf Gewichtsreduktion, eine verbesserte Aerodynamik und eine neuartige Motorentechnologie. Die Serienversion könnte bereits Anfang 2016 starten.

Foto: BMW
Foto: BMW

Für möglich geringes Gewicht soll unter anderem der Einsatz von Carbon-Teilen, etwa bei der Motorhaube sorgen. Auch der Innenraum wurde gründlich entrümpelt. Äußerlich erkennbar ist die Radikalversion zudem an einem großen Heckflügel und einem verstellbaren Frontsplitter. Für einen besonderen optischen Effekt sollen sogenannte OLED-Rückleuchten sorgen, die ihr Licht nicht wie konventionelle Leuchten punktförmig, sondern flächig abgeben.
Der wichtigste Unterschied zum Standard-M4 findet sich aber unter der Motorhaube. Dort wird der bekannte Sechszylinder-Turbo mit einer aus dem Rennsport entlehnten Wassereinspritzung kombiniert.
Foto: BMW
Foto: BMW

Die Flüssigkeit kühlt beim Verdampfen die Ansaugluft, verbessert so die Leistungsausbeute und verringert die Temperaturbelastung des Antriebs und der Abgasreinigung. Der ansonsten 431 PS starke Benziner dürfte so knapp 500 PS entwickeln.
Auf den Markt kommen könnte der GTS möglicherweise bereits im nächsten Frühjahr kommen, sowohl als M4 Coupé als auch als M3 Limousine. Preise sind noch nicht bekannt. Die letzte Auflage eines M3 GTS war 2010 doppelt so teuer wie das Standardmodell.
Fotos: BMW