• abo@rally-more.at

Schlagwort: jahre

Vision Next 100: So stellt sich BMW die Zukunft vor

Zukunftsmusik

Die Bayrischen Motorenwerke feiern ihr 100-jähriges Bestehen und wollen dieses Jahr vier innovative Konzepte vorstellen.

Foto: BMW
Foto: BMW

BMW feierte mit einer bombastischen Show in der Münchner Olympiahalle seinen 100. Geburtstag. Im Rahmen dieser Feier wurde auch das erste von vier Zukunfts-Konzepten vorgestellt – der Vision Next 100. Für das Concept-Car hat das Design-Team rund um Adrian van Hooydonk alle Register gezogen: Die Flunder mit den Abmessungen eines 5er sieht nicht nur von weitem futuristisch aus.
Foto: BMW
Foto: BMW

Beim ersten Hinsehen fallen vor allem die abgedeckten Radkästen auf. Ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber Vorteile – vor allem in Sachen Aerodynamik, da Luftverwirbelungen in Grenzen gehalten werden. So kommt das „Jahrhundert-Modell“ auf einen cw-Wert von nur 0,18. Bleibt nur ein Problem: Wie lenkt man? (Wir erinnern uns an den Audi von I-Robot.) Die vorderen Radabdeckungen besitzen eine „Alive Geometry“ – wie BMW es nennt. Dies ist eine Art Kunststoff-Schlangenhaut, die sich je nach Lenkwinkel dehnt und zusammenzieht.

Rettet die Tiere und den Regenwald

Der Vision Next 100 soll auch nicht mehr aus den heute üblichen Materialen gefertigt sein. Holz und Leder sollen komplett entfallen – aus Liebe zur Umwelt. Stattdessen sollen recycelbare Kunststoffe und Abfälle, wie zum Beispiel Kohlefaserverbundstoffe aus anderen Produktionen eingearbeitet werden.

Foto: BMW
Foto: BMW

Tritt der Fahrer an den Wagen heran, öffnen die Flügeltüren automatisch und der Blick in das Wageninnere wird frei. Sieht aber wenig nach dem aus, was wir heute unter einem Cockpit verstehen. Auffallend ist dabei das Lenkrad – denn es sieht so gar nicht danach aus. Der „Lenkmöbel“, wie ihn sein Designer nennt erinnert eher an das Steuerruder eines alten Bombers. Knöpfe und Schalter gibt es keine, der BMW der Zukunft will nur mit Gesten gesteuert werden. Einen Tacho sowie sonstige Anzeigen sucht man ebenfalls vergebens – alle Informationen werden an die (ja, das hat er noch) Frontscheibe gespiegelt.

It loves to entertain you

Foto: BMW
Foto: BMW

Doch nicht nur die aktuell gefahrene Geschwindigkeit wird eingeblendet, der Bayer schlägt auf Wunsch auch die Ideallinie vor und eine empfohlene Geschwindigkeit. Aber nicht um wie von Sinnen um die Kurven zu hetzen, dies alles dient der Treibstoffersparnis. Weil wir gerade das Thema Sprit streifen: Wie der Wagen der Zukunft angetrieben werden soll, weiß BMW noch nicht.
Zudem zeigt der Vision Next 100 auch Hindernisse an, die man selbst noch nicht erkennt – einen Biker hinter der nächsten Ecke zum Beispiel. Wie das funktionieren soll ist derzeit noch ein Geheimnis. Und nicht nur auf der Frontverglasung geht es drunter und drüber: 800 bewegliche Dreiecke am Armaturenbrett (also die Ablage vorne, Armaturen gibt es ja keine mehr) verändern sich je nach Fahrsituation und sollen den Fahrer gegebenenfalls warnen.

Selbst ist das Auto

Foto: BMW
Foto: BMW

Selbstfahren geht natürlich noch – muss man aber nicht. Der BMW der Zukunft kann natürlich auch voll autonom Fahren. Wenn man den Boost-Modus (so heißt das jetzt bei BMW, wenn der Mensch noch selbst die Hebel in der Hand hat) verlässt, klappt das Lenkrad samt Lenkstock ein, die Sitze nehmen eine andere Position ein und der markante Nierengrill verändert sich. Die Frontscheibe kann sodann als Fernseher oder für sonstige Spielereien genutzt werden. Auf der Motorhaube (nennen wir es mal so, denn keiner weiß, wo die Antriebseinheit sitzt) fährt der sogenannte Companion aus. Klingt komisch, ist aber so. Die Skulptur macht Fußgänger und die Mitreisenden darauf aufmerksam, dass der Wagen nun von alleine aus fährt. Er zeigt aber – quasi wie bei einer Füßgängerampel – Passanten an, dass er sie erkannt hat und sie nun die Straße queren können.
Inwieweit die Bayern mit ihrer Zukunftsmusik den Takt der Zeit treffen werden, werden wir sehen. Aber einige Ideen könnten wir schon in naher Zukunft antreffen. Wir freuen uns schon auf die Studien der Konzerntöchter Mini und Rolls-Royce und natürlich auf das Bike der Zukunft, das ebenfalls in diesem Jahr  folgen wird.
Fotos: BMW

Jubiläum: 60 Jahre Citroën DS

Für immer in der Zukunft

1955 ein Anblick wie vom andern Stern, zwei Jahrzehnte in Produktion: Der (oder die) DS wurde zum Inbegriff der Marke Citroën.

„Das ist kein Auto aus der Zukunft“, meinte André Lefebvre, „alle anderen Autos sind aus der Vergangenheit.“ Er musste es wissen, denn er war der Kopf hinter der Konstruktion des neuen großen Citroën im Oktober 1955. Das Publikum am Autosalon in Paris war verblüfft, beeindruckt, sogar irritiert.

Foto: Citroen
Foto: Citroen

Was da vorgestellt wurde, hatte optisch rein gar nichts mehr zu tun mit dem ergrauten Art-Deco-Vorgänger „Traction Avant“. Am Ende der zehntägigen Show waren gute 80.000 Bestellungen für das Zukunftsauto beisammen.
Zwei Jahrzehnte später hatte man knapp 1,4 Millionen DS in allen Varianten gebaut, ganz im Sinn des Firmengründers André Citroën: Ein Produkt bis zur Perfektion entwickeln und dann möglichst lange unverändert produzieren.

Varianten

Veränderungen gab es an der DS recht wenige; optisch am signifikantesten waren die wunderschön integrierten Doppelscheinwerfer ab dem Jahr 1967, die das Gesamtbild noch verbesserten. Ab dem Folgejahr konnte die Göttliche dann auch um die Kurven leuchten.

Foto: Citroen
Foto: Citroen

Mit anfangs 75, später bis maximal 120 PS aus Hubräumen zwischen 1,9 und 2,3 Litern war die DS damals komfortabel motorisiert; ein Sechszylinder wurde nie verwirklicht. Der Einsatz von Aluminium und Kunststoff hielt das Gewicht bei anfangs 1,1 Tonnen, später legte das Auto schrittweise bis zu 200 Kilo zu. Die Sparversion ID kam 1956 heraus; der Kombi zwei Jahre später.
Karossiers entdeckten die Frontantriebs-Plattform für sich und bauten Cabriolets, Coupés sowie den einen oder anderen viertürigen Luxusliner. Am bekanntesten sind die Kreationen von Henri Chapron. Keine dieser Sonderkarosserien konnte die Eleganz des originalen DS-Entwurfes von Flaminio Bertoni erreichen. Daneben gab es Ambulanzen, Lieferwagen und Spezialfahrzeuge mit bis zu vier Achsen.

Sport und Mord

Die DS durfte bei Rallyes ihre Robustheit zeigen – nicht nur in Marokko und Griechenland, sondern auch hierzulande bei Klassikern wie der Alpenfahrt oder der Rallye der 1000 Minuten. Im Lauf der 1960er tat sie sich gegen die aufrüstende Konkurrenz immer schwerer. Am Steuer saßen Größen wie Björn Waldegård, Lucien Bianchi oder auch der heimische DS-Virtuose Richard Bochnicek.

Foto: Citroen
Foto: Citroen

Zum besten „Werbeträger“ wurde aber Charles de Gaulle. Zweimal attackierten Terroristen die Dienst-DS des französischen Präsidenten. Auf zerschossenen Reifen blieb das Auto dank Hydropneumatik sicher in der Spur. Danach fuhr de Gaulle nach Möglichkeit nur mehr DS, auch die von Chapron gebaute, über sechs Meter lange DS Présidentielle. Obgleich auch keine klassische Schönheit, ist sie sicher einer der stolzesten Citroën. 1975 übernahm Peugeot das Kommando, und die letzte DS rollte vom Band.
In der Zukunft mit Vergangenheit entdeckt der PSA-Konzern jetzt Potential: Der Citroën DS3 des Jahres 2010 war ein erstes Aufflackern, mittlerweile gibt es DS4 und DS5 sowie das Konzept eines großen DS9. Neben Peugeot und Citroën wird DS eine eigenständige Marke.
Fotos: Citroën