Tourenwagen-WM: Björk ist Weltmeister

Die Siege bei den WTCC-Rennen von Katar gingen an Tom Chilton und Esteban Guerrieri, doch der große Gewinner heißt Thed Björk. Der Schwede sicherte sich beim Finale in der Wüste den WM-Titel, den ersten für Volvo.

Thed Björk gewann den Titel mit einem dritten Platz im Hauptrennen von Katar. Rivale Norbert Michelisz (Honda) kam nicht über Platz 8 hinaus. Der Ungar ging mit einem Handicap in beide Rennen, nach einem Bremsdefekt im Qualifying musste Michelisz jeweils von Startplatz 11 losfahren.

Honda ging komplett leer aus, sowohl Fahrer-, Hersteller- und Teamwertung gingen an Volvo. Spannender verlief die Entscheidung in der Privatfahrer-Wertung zwischen den beiden Teamkollegen bei Sébastien Loeb Racing, Tom Chilton und Mehdi Bennani. Chilton übernahm nach dem Sieg im Eröffnungsrennen die Führung. Bennani schied im Hauptrennen nach einer Startkollision aus, somit war Chilton endgültig durch.

Der Argentinier Esteban Guerrieri gewann das letzte Rennen der Saison, er war für den verletzten Tiago Monteiro eingesprungen. Verstärkung holte man sich fürs Finale auch bei Volvo: Ex-Weltmeister Yvan Muller wurde kurzerhand ins Auto von Stammfahrer Néstor Girolami gehievt. Er spielte ebenso wie Nicky Catsburg den Wasserträger für Björk, was vor allem ungarische Fans in Aufruhr brachte. Muller gab an, Drohbriefe erhalten zu haben.

Björk könnte der letzte Weltmeister unter dem TC1-Reglement sein. Die Zukunft der WM bleibt vakant. „Jeden den ich frage, sagt mir etwas anderes“, erklärt uns Matt Neal. Zwei Szenarien, so der englische Tourenwagenpilot und TV-Experte, sind realistisch: Weil Honda dem Ausstieg nahe scheint und mit einem verbliebenen Werksteam, nämlich Volvo, keine WM zu machen ist, kann es in der jetzigen Form nicht weitergehen. Entweder die WM setzt für ein bis zwei Jahre aus, und hofft dann mit dem Class-One-Reglement auf internationaler Ebene ein Comeback zu setzen oder aber: Die FIA geht einen Schritt auf Erzfeind Marcello Lotti zu. Heißt: TCR International Series und WTCC fusionieren, Promotor Eurosport bleibt an Bord und bringt der TCR Fernsehpräsenz. Die FIA gewinnt damit Zeit, im Hintergrund weiter die Chancen auf eine WM unter dem Class-One-Reglement à la DTM und Super GT zu sondieren.

 

Endstand:

Fahrer

  1. Thed Björk, SWE 283,5 Punkte
  2. Norbert Michelisz, HUN 255
  3. Tom Chilton, GBR 248,5
  4. Esteban Guerrieri, ARG 241
  5. Nicky Catsburg, NED 238,5

Hersteller

1. Volvo Polestar 908,5 Punkte
2. Honda 880

Privatfahrer

1. Tom Chilton, GBR 138 Punkte
2. Rob Huff, GBR 129
3. Mehdi Bennani, MAR 128,5
4. Esteban Guerrieri, ARG 85
5. Yann Ehrlacher, FRA 80

 

Foto: Francois Flamand / DPPI
v.l. Thed Björk und Tom Chilton