NASCAR-Taxi am Red Bull Ring

Unser Rally&more-Autor Christoph wurde von Patrick Friesacher im NASCAR um den Red Bull Ring chauffiert. Das Verschleierungsverbot galt dabei nicht – wie war’s?

 

Das Abenteuer Renn-Taxi startet ziemlich früh: Treffpunkt ist um 8 Uhr im Welcome Center am Red Bull Ring.

Als Erstes muss eine Teilnehmeerklärung ausgefüllt werden. Und ja, den Risiken bin ich mir bewusst.

Sobald die Papiere ausgefüllt sind, bekomme ich ein Teilnehmer-Armband überreicht.

Dann vergeht noch einige Zeit, doch es zahlt sich: Es begrüßt mich Patrick Friesacher, seines Zeichens 2005 in der Formel 1 bei Minardi unterwegs. Er ist mein heutiger Taxifahrer. Auf Nachfrage meint Friesacher, das NASCAR-Auto werde drei- bis viermal pro Monat auf dem Red Bull Ring pilotiert – heute darf nur ich mitfahren.

Nach einer kurzen Erklärungen begebe ich mich zu Box 33 am Ende der Start-und-Ziel-Geraden. Dort parkt bereits der erste Rennwagen, der die Gäste um den Ring chauffieren soll. Ein BMW Z4 aus dem Jahr 2006, seinerzeit von Dieter Quester pilotiert.

Um für die Fahrt perfekt gerüstet zu sein, muss ein Rennanzug getragen werden. Zudem lege ich vor der Fahrt ein HANS (Head an Neck Support) an, um bei einer etwaigen Unfall keine Verletzungen davonzutragen. Man kann ja nie wissen …

Nach den drei Fahrten mit dem Z4 wird der NASCAR in die Boxengasse gefahren. Der Sound ist derart laut, dass der Wagen vom anderen Ende der Strecke gehört werden kann. Der Ami-Bolide wurde im Unterschied zum Original-Einsatz von 800 auf 650 PS gedrosselt.

Knapp vor dem Einstieg in das Gefährt ist die Nervosität natürlich am größten. Der Blick in das Innere des Cockpits zeigt, dass ein NASCAR-Wagen noch mit Handschaltung betätigt wird. Im Sitz ich mit einem Fünf-Punkt-Gurt festgeschnallt.

Jetzt geht’s los: Bereits beim ersten Beschleunigen wird die ungeheure Gewalt dieser Autos klar. In der ersten Runde, der Aufwärmrunde, fährt Friesacher noch die Abkürzung über die Südschleife, bevor es auf die komplette Runde geht. Das Beeindruckende sind auch bei diesem schweren Boliden die Kurvengeschwindigkeiten. Die Bremspunkte sind aufgrund der kalten Temperaturen und des auf Ovale abgestimmte NASCAR-Auto doch sehr früh.

 

Kurz nach der Fahrt zittern noch ein bisschen die Knie, aber nach einigen Momenten ist auch dies wieder Geschichte. Mit Patrick Friesacher plaudern wir anschließend noch ein wenig über dieses einmalige Erlebnis. „Vielen Zusehern ist gar nicht klar, welch’ körperliche Anstrengung Motorsport ist“, sagt er.

Nachdem wir den Rennoverall wieder gegen die Alltagskleidung getauscht haben, bekommen wir noch eine Teilnahmebestätigung überreicht. Um kurz vor 10 ist das ganze Spektakel wieder zu Ende und wir kehren in den gewohnten Alltag zurück. Schade eigentlich .

 

Fotos: Christoph Hanak und Keijo Keke Platzer