Truck Race Trophy: das Wochenende am Red Bull Ring

Viel Gutes zum Muttertag: Erster portugiesischer EM-Sieger, Frauen-Power dank Steffi Halm, und tolle Action auch in den Rahmenrennen.

Knapp 20.000 Zuschauer bildeten einen erfreulichen Rahmen bei gutem Wetter in Spielberg. Die Trucks waren wie immer auf der kurzen Strecke unterwegs. Nicht nur in Kiew, sondern auch in Spielberg war am Samstag ein Portugiese ganz vorne: José Rodrigues (MAN) holte als erste Portugiese überhaupt einen Sieg im Truck Race: „Nun weiß ich, ich kann glücklich die Heimreise antreten.“

Um einen Namen führt auch 2017 kein Weg vorbei. Jochen Hahn, vierfacher Truck-Europameister, gewann in souveräner Manier Rennen 1 und behielt ebenso in einem packenden Dreikampf um den Sieg im vierten und letzten Rennen des Wochenendes kühlen Kopf. Bei seinem Debüt im IVECO ein klasser Einstand.

Maximale 20 Punkte holte sich im ersten Sonntagsrennen die einzige Lady im Feld. Stephanie Halm reihte sich mit ihrem Sieg beim Saisonauftakt am Red Bull Ring auch für heuer wieder in den Kreis der Favoriten – bis zum Finale im spanischen Jarama im Oktober, stehen aber noch 32 (!) Rennläufe am Programm.

Foto: Michael Jurtin

Harte Arbeit für Altenstrasser

Hersteller kommen und gehen, dieses Jahr ist IVECO am Drücker. Mit einem solchen unterwegs ist der Oberösterreicher Markus Altenstrasser. Er kam ohne Tests nach Spielberg, verpasste als Neunter knapp die Superpole und wurde im ersten Rennen Achter. Im zweiten konnte er von der Pole Position nicht profitieren und fiel auf P9 zurück. „Das Hauptproblem waren sehr stark abbauende Vorderreifen, die sind mir zur Mitte des Rennens abhandengekommen.“

Am Sonntag wurde Altenstrasser zum Kurzarbeiter. Wegen eines technischen Defekts musste er schon nach zwei Runden abstellen, ein Start im vierten Rennen war nicht mehr möglich: „Es hat sich an der Achse etwas verzahnt. Ich hatte keinen Vortrieb mehr.“ Weitere Einsätze für heuer sind aber geplant.

Ergebnisse:
Lauf 1: 1. Jochen HAHN, 2. Stephanie HALM, 3. Gerhard KÖRBER
Lauf 2: 1. Jose Rodrigues, 2. Norbert KISS, 3. Gerhard KÖRBER
Lauf 3: 1. Stephanie HALM, 2. Jochen HAHN, 3. Antonio ALBACETE
Lauf 4: 1. Jochen HAHN, 2. Adam LACKO, 3. Gerhard KÖRBER

Foto: Michael Jurtin

Swift Cup Europe und Suzuki Cup Austria

Im Suzuki Cup Austria holte Thomas Berger beim Comeback zweimal den Sieg, Rennen 2 sicherte sich Vorjahres-Vizemeister Max Wimmer. Um den Gesamtsieg kämpften aber andere, der Triple-Sieger des ersten Wochenendes kommt aus dem ungarischen Lager und heißt Bendegúz Molnár.

Ergebnisse:
Lauf 1: 1. Thomas BERGER, 2. Günther WIESMEIER, 3. Max WIMMER
Lauf 2: 1. Max WIMMER, 2. Günther WIESMEIER, 3. Thomas BERGER
Lauf 3: 1. Thomas BERGER, 2. Günther WIESMEIER, 3. Max WIMMER

SCC & P9

Die beiden österreichischen Serien Sports Car Challenge und P9 Challenge machen heuer gemeinsame Sache, was beiden Seiten was bringt – vor allem ein größeres Starterfeld. Die Rennen waren bunt gemischt, fairer Motorsport war angesagt. Übel erwischte es in der P9 Challenge Fritz K. Der Deutsche gewann zwar im ersten Rennen, rutschte dann aber im Warm Up auf einer Ölspur aus und zerstörte seinen Porsche 997 GT2. Sieger 2. Rennen: Albert Stephan mit einem Porsche 997 RSR, dahinter Wolfgang Triller (holte auch den P9 Gesamtsieg an diesem Wochenende) sowie auf P3 Harald Pavlas.
Die Rennsieger in der SCC hießen Siegmar Pfeiffer und Simon Stoller. Der Österreicher Wolfgang Payr wurde zweimal Dritter, die anderen beiden Pedrazza-Prototypen, u.a. von Turi Breitenmoser, gingen mit Motorschaden k.o.

Außerdem: Die niederländische Supercar Challenge konnte – ein wenig unbeachtet – mit vielen Autos in den Klassen GT3 bis TCR sowie professionellem Auftreten überzeugen. Mit dabei: Dieter Svepes und Harald Pavlas, die sich einen Koglbauer Porsche 991 teilten. Die beiden Österreicher siegten unter all den Holländern im ersten Rennen. Im zweiten Einstunden-Rennen mit Fahrerwechsel waren Ward Sluys und Bas Schouten (BMW M4) voran, Svepes und Pavlas kamen trotz ABS-Ausfall auf P5 über die Ziellinie.

Foto: Philip Platzer / Red Bull Content Pool

Sehenswerte Showeinlage

Volvos Highspeed-Truck „The Iron Knight“ begeisterte die Fans am Rennsonntag. Der schwedische Geschwindigkeitsrekordhalter Boije Ovebrink trat mit dem 2.400-PS-Monstrum mit 6.000 Nm Drehmoment sowie einem Top-Speed von bis zu 276 km/h gegen einen Formel Renault 2.0 aus dem Fuhrpark des Projekt Spielberg an. „David gegen Goliath“ endete nach zwei Runden auf dem Südkurs auf Augenhöhe.