TCR International in Salzburg: Schrecken mit Ende

Der Salzburgring macht seinem Ruf alle Ehre: Die Hochgeschwindigkeitsstrecke war auch heuer Schauplatz spannender Windschattenduelle, aber auch schwerer Unfälle.

Die Autos der Stunde in der TCR International heißen Giulietta und Astra – zumindest im ersten Rennen Sonntagmittag. Die Nachzügler des Vorjahres haben auch dank BoP-Anpassung den Anschluss an die Konkurrenz aus dem Hause Volkswagen und von JAS-Honda gefunden.

Im ersten Durchgang gewann Dušan Borković. Der von Platz 2 ins Rennen gegangene Serbe, setzte seinen Alfa Romeo gleich am Start in Front. Pole-Mann Mat’o Homola im Opel Astra TCR konnte zu Beginn das Tempo nicht halten, nach einem Safety Car wagte der junge Slowake noch einen letzten Versuch hinauf zur Fahrerlagerkurve, Borković setzte sich am Ende aber durch. Platz 3 belegte der zweifache TCR-Meister Stefano Comini (Audi RS5 LMS).

In unzähligen Rollen zu sehen war Rob Huff und sein VW Golf. Der WTCC-Star und frühere Salzburgring-Sieger hatte einen Reifenschaden. Für ihn ging‘s bei Tempo 200 ins Kiesbett, nach acht (!) Überschlägen konnte Huff aussteigen. Selbe Kurve, selber Schaden: WRT-Teamkollege Jean Karl Vernay erwischte es ebenso kurz vor Schluss. Auch er kam mit dem Schrecken davon, das Auto war aber ähnlich deformiert wie jenes von „Huffy“ – in der Folge wurde Rennen 1 dann auch abgebrochen und nicht wieder gestartet.

Auf der Jagd
Einen überaus tollen Einstand feierte Thomas Jäger. Der einzige Österreicher im TCR-Feld qualmte beim Start von der vierten Stelle aus mit durchdrehenden Vorderrädern los, hielt sich dann aber das ganze Rennen über im Spitzenfeld – Platz 4 ein verdienter Tourenwagen-Einstand.

Schwer machte sich der Wiener das Leben im zweiten Rennen, in der ersten Schikane wurde es zu eng für den Astra. Jäger fuhr diagonal durch den Kies und reihte sich an 12. Stelle wieder ein. Dann startete er eine bemerkenswerte Aufholjagd. Am Schluss kämpfte er mit Stefano Comini ums Podest, im Ziel wieder Platz 4. Bitte merken Sie sich diesen jungen Mann!

Der 200-km/h-„Bummelzug“ von Attila Tassi hielt die Truppe ab Platz 2 zusammen. Comini schob und drückte hinter dem jungen Ungarn, aber kam nicht vorbei. Tassis Teamkollege Roberto Colciago (ebenso in einem Honda Civic) fuhr einen ungefährdeten Sieg nach Hause. Tassi behielt Platz 2 vor Comini und Jäger.

Nach den beiden Reifenschäden im ersten Lauf, erwischte es dieses Mal einen weiteren Top-Fahrer: Pepe Oriola linker Vorderreifen hielt der Belastung nicht stand, das Rennende für den roten Seat Leon im Kiesbett. Dort landete auch der Sieger aus dem ersten Lauf: Dušan Borković.

 
Rahmenserien
Im Rahmenprogramm war ebenfalls viel los. Im Suzuki Cup Austria herrschten orangene Festspiele. Marcel Krailler siegte zweimal, die Wimmer-Werk-Teamkollegen Max Wimmer und Günter Wiesmeier komplettierten die Siegerehrungen. Schreck in Rennen 3: Auf der fast zwei Kilometer langen Gegengeraden kollidierten Fabian Ohrpfandl und Dominik Haselsteiner. Beide Swift bogen rechts ab in die Streckenbegrenzung, während Ohrpfandls Swift an der Front schwer beschädigt stehen blieb, überschlug sich Haselsteiner mehrfach. Beiden Fahrern geht’s gut, das Rennen wurde nach drei Runden abgebrochen und nicht gewertet. Bis zum Unfall in Führung war der Salzburger Lokalmatador Marc Coleselli. Die Gesamtsiege gingen an den ungarischen Starter Zoltan Balogh.

Die schnellsten Autos ins Salzburg waren in der Sports Car Challenge am Start. Siegmar Pfeifer (Norma-BMW) gewann den ersten Lauf in der SCC vor Simon Stoller (PRC Audi Turbo) und Turi Breitenmoser. Norbert Groer siegte in der langsameren Division 2, dahinter Andreas Hasler und Jasmin Fiedler. Im zweiten Lauf prägte das Duell Pfeifer gegen Breitenmoser den Rennbeginn. Pfeifer setzte sich zu Rennmitte ab, nach einem Boxenstopp fiel er aber auf Rang 3 zurück. Sieger: Turi Breitenmoser, Peter Kormann wurde Zweiter. Division-2-Sieger: Norbert Groer.

In der P9 Challenge siegte Franz Irxenmayr vor Christoph Schrezenmeier und Friedrich Rabensteiner. Der um die Führung kämpfende Boris Schimanski schied aus, Rennen 2 gehörte dann aber Schimanski. Irxenmay und Rabensteiner auf den weiteren Rängen.

Foto: Michael Jurtin