Rundstreckentrophy: die Rennorgie im Rückblick

13 Rennen sieht der Fan am Red Bull Ring nur bei der Rundstreckentrophy von Gerhard Leeb. Die traditionellen Frühlingsrennen waren diesmal schon am Samstag zu Ende.

Bei freiem Eintritt gab’s viel zu sehen. Die FIA Zentraleuropazone (kurz: CEZ) mit den diversen Formel-, GT und Tourenwagenkategorien gab sich ebenso die Ehre wie die Porsche GT3 Cup Challenge Central Europe sowie die deutsche Vorstufe zum GT Masters, die DMV GTC. Der Reihe nach:

FIA CEZ Formula / Remus Formel Pokal:

Hauptdarsteller in den Rennen zur FIA CEZ Formula und dem Remus Formel Pokal waren der Italiener Andrea Cola und der Schweizer Titelverteidiger Sandro Zeller. Im ersten Rennen gewann Sandro Zeller mit dem wesentlich älteren 2006er-Dallara, Cola im Dallara-Chassis Baujahr 2012 wurde nach langem Fight um den Sieg sogar noch vom Deutschen Philipp Regensperger und dem Schweizer Kurt Böhlen vom Podest gedrängt.

Den Siegerpokal von Organisator Franz Wöss holte sich im zweiten Rennen dann aber Cola. Einziger Österreicher im Feld war Manfred Lang, er erreichte die Ränge 12 und 13. Zwei Pokale gab‘s für ihn aber in der Trophy-Wertung für die älteren Fahrzeuge.

Ergebnisse:
1. Rennen: 1. Sandro Zeller, 2. Philipp Regensperger, 3. Kurt Böhlen
2. Rennen: 1. Andrea Cola, 2. Sandro Zeller, 3. Philipp Regensperger

Porsche GT3 Cup Challenge Central Europe:

Gleich drei Österreicher waren im 12-köpfigen Starterfeld mit dabei. Zeljko Drmic von MS Racing startete nicht zum ersten Mal im von Polen aus organisierten Zentraleuropacup. „McShark“ Drmic wurde in beiden Rennen Fünfter. Fixstarter in der GT3 CCCE ist Dietmar Pucher, der Steirer wurde zweimal Siebenter. Denis G.Watt von KR Racing 8. und 11.

Ergebnisse:
1. Rennen: 1. Robert Lukas, 2. Igor Walilko, 3. Christopher Bauer
2. Rennen: 1. Robert Lukas, 2. Igor Walilko, 3. Piotr Parys

DMV GTC:

Der Sound von tausenden Pferden pfeifte durchs Aichfeld. 21 Sportwagen der Spitzenklasse brachte die deutsche GT-Serie mit zum Gastspiel nach Österreich. Martin Konrad sorgte für einen Heimsieg, auf P3 kam Ex-Truckpilot Egon Allgäuer ins Ziel. Mario Plachutta kam zwar als dritter ins Ziel, wurde aber mit einer Zeitstrafe wegen Überholen unter Gelb nach hintern gereiht. Alois Rieder flog mit seinem Porsche kurz vor Schluss in der Remus-Kurve ab und löste so eine Safetycar-Phase aus.

Ergebnisse:
1. Rennen:
1. Ronny C`Rock (Audi R8 LMS), 2. Martin Konrad (Lamborghini Huracán), 3. Ales Jirasek (Praga)
2. Rennen: 1. Martin Konrad (Lamborghini Huracán), 2. Tommy Tulpe (Audi R8 LMS), 3. Egon Allgäuer (Audi R8 LMS)

Tourenwagen über 2000 ccm:

Die BMW M6 dominierten Rennen 1 der Klasse Grand Tourisme. Jakub Knoll (Tschechien) siegte vor Jirko Malc Hárek (Slowakei). Im zweiten Rennen und in der einstündigen Endurance siegte der Lette Konstantin Calko (Lamborghini Supertrofeo).

Ergebnisse:
1. Rennen: 1. Jakub Knoll (BMW M6), 2. Jirko Malc Hárek (BMW M6), 3. Richard Chlad jr. (Audi RS3 LMS)
2. Rennen: 1. Konstantin Calko (Lamborghini Supertrofeo), 2. Jakub Knoll (BMW M6), Richard Chlad jr. (Audi RS3 LMS)

Tourenwagen unter 2000 ccm:

Die Sieger in den Klassen bis 2 Liter Hubraum und bis 1,6 Liter Hubraum hießen Peter Mandelik aus Tschechien (Lotus Exige GT) und Keke Platzer (Ford Fiesta S1600) aus der Steiermark.

Bei den Renault Clios setzten sich nach den vorgeschriebenen fliegenden Starts der Slowene Zoran Poglajen vor dem Italo-Österreicher Antonio Citera (beide Renault Clio Cup IV) bzw. der Tscheche Milan Haering vor den Österreichern Rene Martinek und Alfred Fischer (alle Renault Clio Cup III) durch. In Rennen 2 dasselbe Bild, mit Ausnahme von Alfred Fischer, der rutschte vom Stockerl.

Im Chevrolet Cruze Eurocup war alles in deutscher Hand. Im ersten Rennen gab es einen schwarz-rot-goldenen Doppelsieg durch David Wassermann und Björn Dietrich. Dass es kein deutscher Dreifacherfolg wurde, lag daran, dass der langen Zeit Führende Pirmin Weixler von der Rennleitung aus der Wertung genommen wurde. Polesetter Weixler übersah nicht nur drei Runden lang die verhänge Drive Through für die falsche Position am Startgrid, sondern auch die folgende schwarze Flagge. Nach dem Blackout durfte er in Rennen 2 nicht mehr antreten. Dietrich siegte vor Wassermann im wegen einer Ölspur verkürzten zweiten Lauf, dahinter kam der 19-jährige Steirer Fabian Piewetz erstmals am Podest. Stefan Kramer kam als Fünfter bei den Twingos über den Zielstrich.

Und sonst?

Beim Blick auf die leeren Tribünen sei ein Verweis auf das schmerzliche Fehlen der Formel-1-Gebrauchtwagen der BOSS GP angebracht. Und auch wenn’s das Programmheft noch nicht verriet, der Octavia Cup fehlte ebenso im Programm. Ein Unfall ereignete sich Samstagfrüh in der Boxengasse. Ein Fotograf wurde von einem GT-Fahrzeug angefahren, beide kamen aber zum Glück mit dem Schrecken davon.

Titelfoto: Alexander Kogler